QUER wird SCHRÄG

Hintergrundinformationen zur Sendung Quer vom 13.09.18

In der Sendung QUER im Bayerischen Fernsehen vom 13.09.18 wird über ein Bauleitplanverfahren in Traunstein, für das wir ein hydrotechnisches Gutachten erstellt haben, berichtet. In dem Beitrag wird der Eindruck erweckt, dass das geplante Baugebiet im Überschwemmungsgebiet liegt und wir mit unserem hydrotechnischen Gutachten durch zweifelhafte Ergebnisse die Hochwassergefährdung falsch beurteilen. Die Redaktion von QUER bedient sich in diesem Beitrag einer Art von Journalismus, welche überprüfbare Fakten durch „Weglassen“ ignoriert und dem Anspruch einer neutralen Berichterstattung nicht gerecht wird. Wir sind erschüttert, wie wenig die Verantwortlichen an den eigentlichen Sachverhalten interessiert sind und wie ungeniert eine Redaktion des Bayerischen Rundfunks mit einer einseitigen Darstellung das Zuschauerinteresse zu wecken versucht. In Anlehnung an den Beitrag möchten wir auf folgende prüfbare Fakten hinweisen:

  1. Die in dem Beitrag gezeigten Bilder zeigen das Hochwasser aus dem Jahr 2002. Durch den Hochwasserschutz Traunstein Süd ist die Bebauung Daxerau seit 2012 umfassend vor Hochwasser geschützt. Bei dem Hochwasser 2013 gab es in der Siedlung Daxerau keine Hochwasserschäden. Die Redaktion von Quer ist sich bewusst, dass die gezeigten Hochwasserbilder aus dem Jahr 2002 stammen. In einer Email wird uns lapidar von der Redaktion mitgeteilt: “Die im Beitrag gezeigten Bilder stammen tatsächlich aus dem Jahr 2002. Wir haben aber auch an keiner Stelle behauptet, dass sie aus dem Jahr 2013 stammen oder dass dies ein Hochwasser ist, das nach den Hochwasserschutzmaßnahmen 2012 aufgetreten ist.“
  2. Wir haben in dem Interview, das nebenbei angemerkt 26 Minuten dauerte und auf wenige Sekunden gekürzt wurde, darauf hingewiesen, dass das geplante Baugebiet nicht im Überschwemmungsgebiet liegt. Dies ist durch den amtlichen Kartendienst für Überschwemmungsgebiete, herausgegeben vom Bayerischen Landesamt für Umwelt , überprüfbar. Die Stellungnahme von der Redaktion Quer ist aus unserer Sicht selbsterklärend: “Der von Ihnen genannte Internetkartendienst des LfU verzeichnet die Überschwemmungsgebiete (HQ100, HQextrem, HQhäufig) für Gewässer erster Ordnung. Laut dieser Quelle ist die Daxerau in Traunstein aktuell kein Überschwemmungsgebiet (HQ100) der Traun. Dies haben wir im Beitrag aber auch an keiner Stelle behauptet."
  3. Unser hydrotechnisches Gutachten und die darin enthaltenen hydrologischen Berechnungen wurden vom amtlichen Sachverständigen des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein überprüft. In der Stellungnahme des Wasserwirtschaftsamtes wird die Plausibilität und die Richtigkeit unserer Berechnungsergebnisse bestätigt. Die Redaktion von Quer war von uns bereits vor der Ausstrahlung der Sendung informiert worden, dass eine Bestätigung unserer Ergebnisse durch einen unabhängigen, amtlichen Sachverständigen besteht. In der Kontroverse um die Richtigkeit von Berechnungen wurde in der Sendung diesem Sachverhalt keine Bedeutung beigemessen.
  4. In unserem Endbericht zum hydrotechnischen Gutachten war ein Tippfehler enthalten. Wir haben in einem Schreiben an die Stadt Traunstein auf den redaktionellen Fehler hingewiesen und die Textstelle umgehend berichtigt. Der redaktionelle Fehler steht in keinem Zusammenhang mit den Berechnungsergebnissen. Quer stellt in seiner Sendung die Frage, ob man unserer Berechnung trauen kann. Es wird sogar der Eindruck erweckt, dass wir unsere Ergebnisse manipuliert haben. Wir stellen hiermit nochmals klar, dass die im Bericht aufgeführten Berechnungsergebnisse nicht verändert wurden und nach wie vor ihre Gültigkeit besitzen.
  5. In der Sendung äußern drei Bürgermeister ihre Bedenken, dass durch den Verlust von Wasserrückhaltevolumen der Hochwasserabfluss verschärft wird und sie als Unterlieger von Traunstein dadurch zusätzlich durch Hochwasser, ausgehend von der Traun, belastet werden. Wir weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass das geplante Baugebiet nachweislich nicht im Überschwemmungsgebiet der Traun liegt und daher auf das Abflussgeschehen der Traun keine Auswirkungen haben kann.


Gez. Bernhard Unterreitmeier